Monthly Archives: August 2014

Toilettenschmierereien

Muttersöhnchen Was ist nur aus den guten alten Anzüglichkeiten oder sexistischen Schmierereien geworden?Da gehst du kurz vor einer längeren Heimfahrt von einem Ausflug sicherheitshalber noch eben auf die nächstbeste Toilette und blickst dann auf Wandbeschriftungen wie diese hier. Herrjeh, als ich jung war (zugegeben, das ist ein Weilchen her), wurden noch Sprüche und Bilder ganz anderer Art geschmiert. Hätte er das wenigstens in einer Damentoilette hinterlassen, würde sein Statement vielleicht für freudig leuchtende Augen sorgen und er sich als Schwiegermutters Liebling in Spe empfehlen. So aber erntete er maximal ein breites grinsen meinerseits und die Befürchtung, dass die Vandalen von heute auch nicht mehr das sind, was sie mal waren ;-)

Ausblicke

Was tut man eigentlich, wenn man in München wohnt, ein paar Tage Urlaub hat, für diesen aber keine größeren Aktionen oder gar Fernreisen geplant hat? Man kann sich bei eher suboptimalem Wetter zunächst natürlich für drei Tage mit all den Dingen beschäftigen, die in den letzten Jahren liegen geblieben sind oder auf "wenn ich mal Zeit habe" verschoben wurden. Wenn man dann aber doch mal raus will, wird's fast schon etwas kompliziert. Nicht, weil es nichts zu entdecken gäbe, sondern da die recht massive Präsenz von potentiellen Zielen in unmittelbarer Nähre schon eher in den Bereich "Auswahlüberforderung" fällt. 

"Fahr zum Walchensee! Der schönstes See der Welt. Herzogstand per Lift oder zu Fuß. Oder auf den Jochberg. Für Details morgen mehr..." schrieb eine quasi mit der hiesigen Bergwelt verheiratete Freundin mir auf die Frage, welches von einigen nominierten Zielen sie mir für einen Tagesausflug denn ans Herz legen würde.

Der Walchensee Meiner Meinung nach wirklich der Schönste der bisher hier von mir besuchten Seen

Gute Idee. An die ich mich noch ein ganzes Weilchen erinnern werde. Denn erstens ist's dort wirklich ganz wunderbar und zweitens habe ich mir dabei einen Muskelkater der Kategorie "gemeiner geht's kaum" zugezogen. Aber daran bin ich selbst schuld und hätte es eigentlich vorhersehen müssen. Aber da der Herr sich ja dank seines durchaus präsenten Sportprogramms für einigermaßen fit hält, musste er es ja unbedingt übertreiben und hernach bereuen.

Für den entspannten Sommerabend

Sommer. Sonntag Abend. Zeit, den Wochenendfreizeitstress langsam ausklingen zu lassen. Solltet ihr gerade noch irgendwo in einem Park auf einer Wiese liegen (im Besten Fall mit einem gekühlten Getränk in Reichweite), hätte ich das perfekte Stück zur musikalischen Untermalung des Ganzen zur Hand. Funktioniert auch ohne Sommer, Wiese und Abend.

Auf das Wolf Myer Orchestra bin ich durch meine aktuelle Vorliebe für Musik gestoßen, die irgend etwas mit Marcus Füreder aka Parov Stelar zu tun hat. Selbiger hat hier als Mitproduzent seine Finger im Spiel. Leider scheint Wolf Myer nur eine "richtige" CD (Femme Fatale) und eine EP veröffentlicht zu haben. Schade eigentlich, denn das Album ist wirklich gelungen und definitiv hörenswert. Zumindest, wenn man auf diesen Elektro-NuJazz-Swing-Downbeat-Kram steht, wie ich das tue. Im hiesigen Fall ist das Jazz-Element zwar eher durch ein Bisschen Pop ersetzt worden, was der Sache aber keinen Abbruch tut.

Großes Kino

Dass ich dem Tollwood Festival nicht allzuviel abgewinnen kann, habe ich ja vor einiger Zeit bereits erwähnt. Vielleicht verstehe ich ja auch einfach das Konzept der Veranstaltung nicht, aber wie man unverhohlenen und ausgeprägten Kommerz mit dem über Allem schwebenden Drang zur Weltverbesserung konfliktfrei kombinieren kann, erschließt sich mir auch nach mehrmaligem drüber sinnieren nicht. Und dennoch schlendere ich jedes Jahr wieder über das Festivalgelände, und sei es auch nur, um meine ausgeprägten Vorurteile zu bestätigen. Hat auch in diesem Jahr einwandfrei geklappt - ich habe schon lange keine so große Ansammlung Restalternativer (yeah, Öko-Style, Henna, Batiklook, Räucherstäbchen!) gesehen, die ohne mit der Wimper zu zucken massiv übertreuerte Caipis konsumieren. Aber vermutlich waren die Limetten und der Zucker in selbigen total öko, was die quasi unverschämten Preise bestimmt rechtfertigt. Mindestens.

Parov1 Aber eigentlich wollte ich gar nicht lästern. Denn das Tollwood hat (zumindest in der Sommerausgabe) auch eine sehr positive Seite: das begleitende Konzertprogramm. In diesem Jahr unter Anderem mit Max Herre, Natalie Cole, Morcheeba, Milow, Bonobo, Gentleman, Zaz, Jamie Cullum - da passten schon einige in mein musikalisches Beuteschema. Besucht habe ich schlussendlich dennoch nur eines der (übrigens preislich relativ attraktiven) Konzerte, das von Parov Stelar. Ein Österreicher, dem man die Entwicklung eines quasi eigenständigen Musikstils zuschreibt - dem Elektro-Swing.

Auf diesen bin ich Anfang vergangenen Jahres durch einen Beitrag im (leider zu eher gruseligen Sendezeiten ausgestrahlten) Kulturmagazin Tracks auf Arte aufmerksam geworden und habe mich ein Bisschen in diesen Verliebt. Die Mischung aus Elektronischen Beats, Swing- und Jazzelementen hat was. Dementsprechend habe ich nicht lange gefackelt, als sein Name auf der Programmliste auftauchte und mir ein Ticket zugelegt. Eine höchst lohnenswerte Investition, wie sich schnell herausstellen sollte.

After the rain has fallen

Kitsch darf auch mal sein ;-) Regenabend an der Sankt Lukas Kirche

               
Nur kurz zwei Bilder aus Lehel von gestern Abend. Direkt an der Sankt Lukas Kirche. Da nimmt man ein paar Regentropfen doch gern in kauf, wenn man im Ausgleich dafür dann solche Anblicke geboten bekommt...

[PS: den titelgebenden Song von einem gewissen Gordon Sumner gibt's hier]