Tag Archive for Radtour

Auf zum Starnberger See

Nachdem ich den Besuch auf der Zugspitze hinter mir hatte, ging’s recht nahtlos zum nächsten Urlaubsprogrammpunkt. Eine Radtour zum Starnberger See sollte es sein. Das sind etwa 25 Kilometer (eine Richtung) und bei der lokalen Topographie eher ein Klacks. Die größte Herausforderung war die Frage, wie ich den Weg wohl finde, denn eine Radkarte habe ich mir bis heute keine angeschafft. Und werde das vermutlich auch nicht tun, denn ich habe „Komoot“ entdeckt – einen Routenplaner für das Fahrrad. Der kommt (anders als beispielsweise der Routenplaner von Google) ganz wunderbar damit klar, dass der geneigte Radfahrer vielleicht nicht unbedingt dauernd auf Straßen fahren will. Und das Programm kann angeblich Sprachnavigation. Grund genug, das einfach mal auszuprobieren.

Auf der Hinfahrt wäre so etwas gar nicht nötig gewesen, der Weg nach Starnberg ist richtig gut ausgeschildert (der Rückweg dagegen lustiger Weise nicht), aber das wusste ich ja noch nicht. Und so ließ ich mich also vom Handy durch die Gegend kommandieren. Es genügt völlig, sich auf die Ansagen zu verlassen, die kommen rechtzeitig und stimmen. Und (sofern man auf eine Kartenansicht auf dem Display verzichtet) den Akku nimmt das Ganze erstaunlich wenig in Anspruch. Eineinhalb Stunden haben etwa 20% des Akkus konsumiert. Wenn also jemand der geneigten Leserschaft ein Navi für das Fahrrad sucht und sowieso ein Smaprtphone (Android/Apple) hat, dem empfehle ich Komoot jetzt mal wärmstens. Aber zurück zum Ausflug…

Badesaison!

Ich bin ein Bisschen im Verzug, was das Schreiben meiner Blog-Artikel angeht, weshalb mein Ausruf der Badesaison für Irritationen sorgen könnte. Denn schließlich wurde der empfundene Sommer der vorletzten Woche ja schon wieder durch den Herbst oder wenigstens das gewohnt zweifelhafte Wetter ersetzt, bei dem kein Mensch klaren Verstandes auf die Idee kommt, die Badehose einzupacken und zum nächsten Badesee zu fahren.
Aber wie gehabt: Vor zwei Wochen sah das ganz anders aus und der Radtour am Samstag folgte ein Ausflug zum Heimstettener See (laut Wikipedia eine bis Ende der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts genutzte Kiesgrube). Ebenfalls per Rad, natürlich, wobei die Fahrstrecke gemessen an der vom Tag davor geradezu lächerlich erscheint. Von Neuperlach über Trudering und Riem führte der Weg rund 10 Kilometer nordöstlich Richtung Heimstetten. Die einzige Herausforderung der Strecke bestand darin, im künstlich angelegten Park in Riem (wo man es auch durchaus aushalten kann, auch wenn  es dank der recht jungen Bäume noch relativ wenig Schatten gibt) den ganzen Fußgängern auszuweichen, die offensichtlich beschlossen hatten, den Radfahrern einen gewissen Nervenkitzel zu bieten. Denn wozu am Wegesrand laufen, wenn man auch zu mehreren nebeneinander mittig die Wege entlangschlendern oder dem herannahenden Radler durch einen spontanen Richtungswechsel einen unerwarteten Überraschungseffekt bescheren kann? Ich verbuche das einfach mal als Fahrsicherheitstraining am lebenden Objekt.

Landpartie

Ich habe eine Bekannte in München, die es sich in den Kopf gesetzt hat, mir zu beweisen, dass man hier hervorragend und endlos radeln kann, sobald man die Stadtgrenze hinter sich gelassen hat. Denn auch wenn München über ein richtig gutes Netz aus Radwegen verfügt, kann von radfahren kaum die Rede sein, da man permanent von Ampeln, in den weg hüpfenden Fußgängern oder unachtsamen Autofahrern ausgebremst wird. Das ist völlig in Ordnung, wenn man einfach zum nächsten Laden oder ins Büro radeln will, aber wenn man vor hat, mal ernsthaft eine Strecke zurückzulegen, dann macht das einfach keinen Spaß.

Also haben wir uns am Samstag zu einer Radtour ins Umland verabreden – und was soll ich sagen: sie hat Recht. Die stille Natur liegt quasi vor der Haustür, man muss nur die geschicktesten Wege dahin kennen. Die allerdings sind gar nicht so einfach zu finden, wenn man keinen jahrelangen Heimvorteil aufzuweisen hat – alleine hätte ich mich sicher mehrfach verfahren. Getroffen habe wir uns in Schwanthalerhöhe, radelten dann über Sendling und Thalkirchen, am Zoo vorbei nach Untergiesing und von dort in den Perlacher Forst. Gut, „Forst“ würde ich das nicht unbedingt nennen, denn der scheint mir eher ein von diversen Asphaltwegen durchzogener relativ junger Wald zu sein, aber ich will nicht streiten. Und ab diesem Moment konnte man wirklich radfahren.