Stuttgart

Sommer. Sonne. Schön.

Ich war in Amsterdam. Das wisst ihr noch nicht, da ich darüber bisher noch nichts geschrieben habe (keine Sorge, das wird ausführlichst erfolgen, ich muss aber zunächst den Bilder-Berg sichten und die schönsten heraussuchen), aber einen kleinen Spoiler vorweg: Ich werde mich vermutlich ausführlichst drüber beschweren, dass dort alles viel schöner, erheblich lockerer und entspannter ist als hier. Drum habe ich den heutigen  Stadtbummel mal dazu genutzt, mir selber photographisch zu beweisen, dass es in Stuttgart ja nun wahrlich auch nicht schlecht ist, an Sommertagen wie diesen...

Sommer in Stuttgart Sommer in Stuttgart Sommer in Stuttgart

Sommer in Stuttgart Sommer in Stuttgart Sommer in Stuttgart

Sommer in Stuttgart Sommer in Stuttgart Sommer in Stuttgart

Long time no see

Hübsch ist anders Hier habe ich sehr viel Zeit verbracht. Damals.Vergangene Woche hatte ich einen Termin im Katharinenhospital in Stuttgart. Ich war schon ziemlich lange nicht mehr in dieser Ecke der Stadt, obwohl sie recht zentral gelegen ist.

Genau gegenüber dem KH steht ein Gebäude, in dem ich recht viel Lebenszeit verbracht habe - das K2, seinerzeit Sitz der meisten geisteswissenschaftlichen Studiengänge der Uni Stuttgart.

Zwölf Jahre ist es nun her, dass ich dieses Gebäude das letzte mal betreten habe. Zwölf Jahre, in denen es sich anscheinend absolut gar nicht verändert hat. Genauso grau, genauso trist, genauso baufällig. Ich bin am Foyer vorbeigekommen, in dem etwa zur Mitte meiner Studienzeit ein Holzkonstrukt aufgestellt wurde, innerhalb dessen einige Internetterminals genutzt werden konnten. Das steht nach wie vor dort. Augenscheinlich unverändert, nur etwas ramponierter. Als wäre die Zeit stehen geblieben.

In meinen Augen sagt dies erschreckend viel über den Zustand und die finanziellen Mittel der Universität aus. So nett ein spontaner Flashback in die Zeit von damals auch sein mag - so traurig finde ich es, dass die Zeit hier offensichtlich stehen geblieben ist.

Einen Moment lang war ich in Versuchung, des Gebäude auch zu betreten und nachzuschauen, ob auch sonst alles so geblieben ist, wie in meinen Erinnerungen. Ich habe es nicht getan. Einerseits mag ich das Gebäude wirklich so in Erinnerung behalten, wie es damals war. Andererseits hatte ich Angst davor, dass es tatsächlich noch genauso aussehen könnte.

Immer wieder schön

Endlich kann man wieder treten Strahlendes Wetter und (fast) kein Weihnachtsmarkt mehr - da kann man ja glatt die Innenstadt wieder betreten...Meine Aversion gegen dank Weihnachtsmärkten unbetretbar gewordenen Innenstädten habe ich ja schon hin und wieder durchblicken lassen. Nach einem Monat der Entbehrung (ich betrete Innenstädte -egal ob München oder Stuttgart- in der Vorweihnachtszeit nur wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt, da sich in aller Regel nach spätestens zehn Minuten die ersten Mordgelüste einstellen) gab's nun endlich Entwarnung - die ganzen überflüssigen Buden voller Tand und Nippes sind Vergangenheit. Zumindest für ungefähr elf Monate. Juchei! Und wo dann doch das Wetter nach den fies verregneten Weihnachtsfeiertagen endlich wieder besser war (was leicht untertrieben ist, es war ganz fantastisch, beinahe frühlingshaft), konnte ich endlich mal wieder in Ruhe durch die Fußgängerzone in Stuttgart schlendern. Hier ein Kaffee, dort ein Bisschen verweilen, Menschen beobachten - toll! Ich habe in München bisher leider noch keinen für mich vergleichbaren Ort bzw. Ersatz für den Schlossplatz gefunden (vielleicht wäre der Odeonsplatz ein Kandidat). Dort auf den Treppen zu sitzen oder stehen, in Ruhe auf den Platz, das neue Schloss und den Fernsehturm im Hintergrund zu schauen - fühlt sich nach wie vor ziemlich "heimisch" an.

Lustiger Name, unpassender Beruf

Also ich weiß ja nicht... ...ob ich bei dem Namen eine solche Praxis aufgemacht hätte...Jeder kennt vermutlich Ärzte mit Namen, die dem gewählten Beruf eher entgegenstehen oder wenigstens nicht gerade als Werbewirksam durchgehen. Eine ganz amüsante Liste findet sich beispielsweise hier.

Dass ich ein wunderschönes Beispiel dafür in meiner Nachbarschaft in Stuttgart habe, war mir dagegen neu. Und es amüsiert mich umso mehr, diese Berufs-Namens-Konstellation dann auch noch im Schwabenland anzutreffen ...

Einfach nett anzusehen

Vor dem Büro Der Besitzer des Gebäudes hat ein Faible für Rosen Schwer romatisch Aber nicht täuschen lassen: im Büro wird rangeklotzt und nicht der Romantik gefröhnt ;-)

Nur zwei Schnappschüsse auf die Schnelle. Aufgenommen vor dem Büro in Stuttgart. Rosen haben einfach was...

Ein neues Spielzeug

Rüsselmaus Gälten sie nicht als bedroht - SO eine hätte ich gern! Ist die nicht süß? Vor eineinhalb Wochen habe ich mir endlich ein Makro-Objektiv zugelegt. Sozusagen als Geburtstagsgeschenk an mich selbst. Gemessen an den Preisen der anderen Objektive war dieses schon beinahe günstig, aber sowas ist ja höchst relativ. Die Ergebnisse allerdings sind bemerkenswert. Die Linse liefert derart gestochen scharfe Bilder, dass es einem hin und wieder schon fast zu scharf vorkommt. Allerdings muss man ein Bisschen üben, um gute Ergebnisse hinzubekommen - besonders bei Blende 2.8 ist der Schärfebereich so klein, dass nur wenige Millimeter zwischen scharf und unscharf liegen. Da kommt der Autofokus der Kamera teilweise schon an seine Grenzen. Vielleicht muss ich bei den Makroaufnahmen doch von Hand fokussieren.

Um das Objektiv gebührend einzuweihen, bin ich am Tag nach der Anschaffung erstmal in die Wilhelma gefahren. Das mache ich irgendwie immer, wenn ich ein neues Objektiv habe. Lohnt sich eigentlich immer.  Hier sind ein paar der Ergebnisse:

Die Grenzen des guten Geschmacks

Lecker Eis Zum Glück ist es derzeit noch so kalt, dass ich sowieso keine Lust auf Eis habe...Da spaziere ich dieser Tage nichts ahnend durch die Stadt und erblicke wie aus dem Nichts den hier abgebildeten Werbeaufsteller. Ich stutze, lese zweimal, schüttle den Kopf und mache ein Foto. Kurz hatte ich erwogen, einfach in den Laden zu gehen, und mir zwei "Boppel" Eis zu gönnen - "Eine Kugel Gurke-Dill und eine Schwarzbrot, bitte".

Also diese Starköche haben doch definitiv einen an (oder definitiv das Falsche in) der Waffel. Was kommt denn bitte als Nächstes? "Schinken-Grünkohl"? "Zwiebelmett-Thymian"? Vielleicht sollte ich diese Sorten mal anregen - immerhin habe ich den Herrn Schuhbeck hier in München schonmal erspäht, als er zwischen den Gästen seiner Lokalität umherschweifte und sich in seinem Ruhm sonnte. Vielleicht ist er ja für neue Vorschläge offen...

Tag der guten Straßenmusik

Honest Talk Meine Lieblings-Straßenmusiker.Manchmal passieren erfreuliche Dinge... Samstag, wunderschönstes Wetter. Ich beschließe, in die Innenstadt zu fahren, um mir einen Kaffee zu gönnen und ein Bisschen zu verweilen, die Sonne genießen. Unweit des Schlossplatzes eine Menschentraube und wohlbekannte Klänge. Die Jazz-Version von "Sunny" liegt in der vorfrühlingshaften Luft. Ich bleibe stehen, stutze, schaue und lächle:

Da sind sie mal wieder. "Honest Talk", eine Jazz-Kombo, die ich letztes Jahr vor den Jazztagen in Stuttgart erstmalig gehört habe (und von denen eich so angetan war, dass ich zum ersten mal überhaupt direkt eine CD erworben habe - eine sehr empfehlenswerte, übrigens). Die fünf Jungs sind normalerweise in München anzutreffen, wo sie sich im Rahmen des Studiums kennengelernt haben. Dort stehen sie samt großem Instrumentarium an Wochenenden bevorzugt am Odeonsplatz, wo ich ihnen in den letzten Wochen drei mal über den Weg gelaufen bin (und jedes mal eine Weile innehalte).

Modernes Theater

Im Theater Bekommt man heutzutage manch surreales Stück vorgesetztDiese Woche kam ich sopntan zu einem Theaterbesuch. Dem ersten seit vielen (wirklich vielen) Jahren. Meine Mutter hatte eine Karte übrig und der Titel des Stückes klang verlockend:

Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüsseln zu heiligen Schrift

Klingt lustiger und spannender, als es schlussendlich war. Nein, eigentlich war es partiell sogar etwas anstrengend. Nicht, dass das Stück nicht die eine oder andere humorige Note gehabt hätte. Aber die tiefere Aussage des Stückes erschloss sich  nicht gerade auf den ersten Blick. Und den zweiten auch nicht unbedingt.