Stuttgart

Wo Stuttgart von München lernen kann

Die Aztekenkellys... ...deren Panflötengedudel einem die Tränen in die Augen steigen lässt. Und es sind sicher keine vor Rührung...Ich empfinde städtische Fußgängerzonen in der Vorweihnachtszeit bekannter Maßen als Vorhof zur Hölle. Nicht nur, dass das Gros der Menschen ihre Weihnachtsgeschenke offensichtlich noch immer nicht online kauft, sondern einen masochistischen Spaß daran zu haben scheint, sich an Samstagen durch die Innenstädte zu schieben. Nein, auch die Anzahl offensichtlich talentbefreiter Straßenmusiker nimmt empfunden mit jedem Tag zu. Lassen wir die mit Eröffnung der Weihnachtsmärkte aus allen Winkeln hervorkriechenden geigenden und blockflötenden Kinder mal außen vor (deren Auftritte empfinde ich eher als mutig denn peinlich), bleiben genug Beispiele über, deren Präsenz zumindest bei mir das Gegenteil dessen bewirkt, was man sich von Straßenmusikern eigentlich erhofft: in mir melden sich schlagartig Fluchtreflexe.

Diejenigen unter euch, die hin und wieder in Stuttgart auf der Königstraße entlangflanieren, haben mit Sicherheit bereits Bekanntschaft mit meinem Feindbild Nummer eins gemacht, einer Combo, deren musikalische Ergüsse in meinen Augen in der Lage sind, sofortige Hirn- (oder wenigstens Ohr-) Blutungen hervorzurufen.

Nein, ich habe das Blog nicht eingestellt

...auch wenn man in den vergangenen Monaten den Eindruck gehabt haben könnte.

Hintergrund des langen Schweigens ist keine Schreibblockade, sondern schlicht und ergreifend ein Zeit- kombiniert mit einem klitzekleinen Motivationsproblem. Ich war einfach zwischen Oktober und Anfang Dezember zu viel unterwegs, an zu vielen Orten, in zu vielen Zügen, als dass ich die Muße gehabt hätte, nach den langen Arbeitstagen noch Blog-Artikel zu erfassen. Diejenigen, die darüber enttäuscht sind: entschuldigt!

Nun kann ich nicht garantieren, dass längere Schreibpausen auch in Zukunft nicht hin und wieder mal vorkommen, aber ich bin besten Willens, ab sofort wieder ein Bisschen mehr hier zu veröffentlichen. Da trifft es sich gut, dass ich derzeit Urlaub und damit auch etwas mehr Zeit habe. Und da die Welt da draußen aktuell sehr grau und unfreundlich ist, sind eine wohlig geheizte Wohnung, ein frischer Tee und ein voll aufgeladener Akku am Notebook doch hervorragende Voraussetzungen, um gleich heute ein Bisschen über die vergangenen Monate zu erzählen...

Tschüss, Degerloch – Hallo Laim

Tschüss, Degerloch Nach fast 13 Jahren ist die Tränke in Degerloch ab sofort nicht mehr mein ArbeitsortTja, das war's dann wohl, mit meinem Arbeitsplatz in Stuttgart. Nach fast 13 Jahren verlasse ich unsere Büros in der Tränke in Degerloch. Am Montag werden wir die neuen in München "in Betrieb" nehmen. Da haben wir bisher zwar noch kein Internet, kein Telefon und es fehlen noch diverse Dinge bezüglich der Ausstattung, aber das dürfte sich im Laufe der Woche ändern. Es ist ein reichlich merkwürdiges Gefühl, den Arbeitsplatz in Kisten zu verpacken (drei Umzugskartons, Rechner und Displays natürlich extra) und zusammen mit diversen anderen Dingen, die in die neue Geschäftsstelle müssen in den Kofferraum einzuladen.

Wozu umziehen, ich bin doch offenbar schon in Bayern

Trachten Denen beiden hier kann man wenigstens attestieren, nicht die Ramsch-Trachten vom Grabbeltisch gewählt zu haben, die etliche Kaufhäuser hier für wenig Geld unter's Volk bringen.Es ist wieder Frühlingsfest auf dem Wasen. Nichts, über das ich normalerweise schreiben würde, zumal ich ja bekanntermaßen mit einem zünftigen Besäufnis in einem der Zelte eher nichts anfangen kann. Dennoch muss ich jetzt einfach mal jammern. Über eine Geschmacksverwirrung, die hier in den letzten Jahren virusartig (nicht gerade Ebola, aber mindestens Schweinepest) immer weiter um sich greift, besonders im Kreis der städtischen Jugend. Die Rede ist von einem Outfit, das zum Oktoberfest gehört wie das Amen in der Kirche, hier im Speziellen: dem Dirndl, bzw. für's männliche Geschlecht: der Lederhose.

Schlägt man den Begriff mal nach, erhält man folgende Definition aus der Wikipedia:

Ein Dirndl ist ein bayerisches oder österreichisches Trachtenkleid

Und folgende aus dem Duden:

zur bayrischen und österreichischen Tracht gehörendes oder ihr nachempfundenes Kleid aus buntem Stoff mit gefaltetem oder gekraustem Rock und tailliertem Mieder, das mit einer Halbschürze getragen wird

Verlockungen eines Sonnentages

Verlockungen Mir doch egal, dass mindestens zwei der dargestellten Gegenstände der Gesundheit nicht zuträglich sind! Den Ostersonntag bei lausigen fünf bis acht Grad Außentemperatur zu verbringen macht keinen Spaß. Gut, es war immerhin weitgehend sonnig, aber die Außengastronomie dürfte sich Besseres erhofft haben. Und ich mir auch.

Da erinnere ich mich doch lieber an das vorletzte Wochenende. 20 Grad, keine Wolke am Himmel. Es ist sehr lohnenswert, sich an einem solchen Tag mal in den Schlossgarten zu begeben und das Leben zu genießen. Ein überteuertes Getränk gewisser Kafeehausketten gehört dazu, ebenso ein Buch (übrigens: das abgebildete haut mich bis dato nicht eben aus den Socken, der Herr hat schon spannenderes abgeliefert). Und ich für meinen Teil nutze solche Aktionen dann auch gern, um am Notebook ein paar längst überfällige Mails zu schreiben. Aus einer der dabei entstandenen mag ich mal eben zitieren, da sie recht gut illustriert, was mich am "Leute begaffen" so fasziniert.

Es muss nicht immer Photoshop sein

Der Schlossplatz... ...aufgenommen durch eine gesplitterte Scheibe des Kunstmuseums

In den letzten Tagen habe ich mal wieder eine Menge Bilder in Stuttgart gemacht - mir ist aufgefallen, dass ich gar nicht so furchtbar viele habe, die ich hier im Blog verwenden kann. Außerdem weiß ich ja gar nicht, wie oft ich zu sowas noch die Gelegenheit haben werde. Außerdem war das Wetter derartig zauberhaft, dass man einfach vor die Tür musste... Bei einem der letzten Ausflüge ist das Bild links entstanden. Erster Kommentar eines Freundes, dem ich es gezeigt habe: "Na, mal wieder zu viel mit den Photoshop-Filtern gespielt?" Nö. Mit Photoshop hat dieses Bild nichts zu tun (ganz abgesehen davon dass man die meisten PS-Filter sowieso nicht braucht), manchmal kann man auch recht nette Effekte erzielen, wenn man sich einfach nur die passenden Motive aussucht ;-)

Ein Blog also…

Brunnen vor dem Neuen Schloss Was dieser Brunnen mit dem Artikel zu tun hat? Nichts. Aber man könnte ihn immerhin als Sinnbild für sprudelnde Ideen und Blogeinträge sehen... ;-)

Es ist Jahre her, seit ich meine damalige Homepage gelöscht und nie durch etwas Neues ersetzt habe, obwohl ich mindestens drei Anläufe gestartet habe, mal was Passendes zusammenzustellen. Letztlich blieben all diese Versuche schon im Ansatz stecken. War ja auch nicht so wichtig...

Aller Voraussicht nach werde ich nun aber im Mai von Stuttgart nach München übersiedeln (einen definitiven Termin gibt es noch nicht). Eine beruflich motivierte Entscheidung von nicht ganz unerheblicher Tragweite. Zum Einen muss ich mir eine Stadt neu erschließen und zum Anderen werde ich den engen Kontakt zu etlichen Menschen hier in Stuttgart und Umgebung verlieren.

Denn auch wenn geplant ist, zumindest für eine ganze Weile noch ein Zimmer hier zu haben (ich mag mich nicht damit anfreunden, in der Stadt, die mit kleinen Unterbrechungen seit 1993 meine Heimat gewesen ist, in einem Hotel zu übernachten), wird sich der Lebensmittelpunkt eben doch verlagern. Bei Diskussionen mit Freunden kam die Idee auf, dass ich doch ein Blog schreiben könnte, um über mein Leben in München zu berichten. Eigentlich eine nette Idee - und zirker.de hätte endlich mal wieder vernünftigen Inhalt zu bieten.