München

Moon over Friedenheimer Street

Der-MondVorgestern Abend war es mal wieder so weit: Aus einem so arglos vor mich hin gedachten "Hey, feiner Blick auf den Mond, mach ein Bild davon!"  wurde ein  photographisches Experiment größeren Ausmaßes. Wie so häufig. Das letzten Monat gebastelte animierte Bild vom Sonnenaufgang über Degerloch hat vermutlich meinen Ehrgeiz geweckt. Eines zu erzeugen, bei dem die Ausgangsbilder mit Hilfe einer vernünftigen Kamera entstanden sind. Die während der Aufnahmen bitteschön auf einem Stativ stand. Beides trifft im aktuellen Fall zu. Und ich gestehe: ich bin mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden :-) Sollte sich nun jemand fragen, wie das Bild und die zugehörigen Fotos entstanden: Das ist eine ganz simple Belichtungsreihe. ISO 100, Blende 4 und dann einmal durch alle Belichtungszeiten von zwei Sekunden bis zu 1/8000. Vermutlich könnte man bei den längeren Zeiten auch die ein oder andere Zeitspanne überspringen. Die Bilder werden dann in Photoshop in ein einzelnes Bild gepackt, das dann aus entsprechend vielen Ebenen besteht. Da das Verändern der Belichtungszeiten an der Kamera aber leider nicht funktioniert, ohne dabei das Stativ wenigstens minimal zu verschieben, müssen nun alle Ebenen korrekt ausgerichtet werden. Das kann Photoshop partiell allein, richtig überzeugt hat mich das Ergebnis dennoch nicht. Handarbeit ist hier lästig, aber sinnvoller. Anschließend muss man dem Programm "lediglich" noch beibringen, welche Ebenen -bezogen auf einen zeitlichen Ablauf- wann zu sehen sein sollen. Das artet partiell in Klickorgien aus, eröffnet aber geradezu fantastische Möglichkeiten, da eben sämtliche Gestaltungs- und Bildmanipulationswerkzeuge zur Verfügung stehen, die Photoshop hergibt.

Ich denke, ich habe Gefallen an der Erstellung solcher Bilder gefunden. Wenn das jetzt noch irgendwie kein so schrecklicher Zeitfresser wäre, es wäre perfekt :-)

Die Sache mit den Friseuren

Ist es am Ende gar Chick-Saal? Es ist eine ganze Weile her, da hatte ich mal einen kurzen Artikel über einen ehemaligen Friseursalon geschrieben, der hier bei mir um die Ecke beheimatet war. In meiner Phantasie durch die Wahl eines bestenfalls suboriginellen Firmennamens in den Ruin getrieben. Zu Recht. Stimmt vermutlich nicht, lässt mich aber jedes mal wieder diabolisch Grinsen, dieser Gedanke.

Jener kurze Betrag jedenfalls bescherte dieser Seite hier Monate nach seiner Veröffentlichung den ersten Leserbeitrag -von den immer gern gesehenen Kommentaren einmal abgesehen- überhaupt. Denn eine seit ganzen einer Weile in Freiburg lebende, sehr geschätzte ehemalige Kollegin (womit die paar hier mitlesenden noch aktiven Kollegen wissen, wer gemeint ist) verblüffte mich irgendwann mit einer Mail, aus der ich (heute, weitere Monate später) höchst beglückt zitiere:

Ich lese mit großem Vergnügen deinen Blog und ein Beitrag blieb in lebhafter Erinnerung: Kamm in! Der Friseur mit dem kreativen (nun ja...) Daumen? Schere? bei der Namenswahl. Und jeden Tag fahre ich eben wie schon gesagt an diesem Friseurgeschäft vorbei und denke an dich, Phi! Hier nun das Foto dazu! Hoffen wir, dass Anja eine gute Zukunft hat...

Schriebs, und hängte das oben dargestellte Foto von "Anja's Chick-Saal" an.

Ich gestehe, dass auch ich der Anja eine gute Zukunft Wünsche. Denn der von ihr gewählte Firmenname ist so schlecht, dass er quasi schon wieder gut ist. Auf alle Fälle um Längen origineller als "Kamm In". Auf der Anderen Seite würde es mich ja brennend interessieren, was sie denn über ihr persönliches Chick-Saal (sorry, sie hat damit angefangen, ich hau nur drauf ;-) zu berichten wüsste, klappte es mit diesem nicht.

Das Beste draus gemacht…

Regen Regen Nichts als Regen

Regentage machen keinen Spaß. Meint der Volksmund. Irgendwie und so ungefähr. Stimmt vermutlich sogar, sofern man sich darauf beschränkt, das schlechte Wetter zu beweinen und darüber ganz miesepetrig wird. Man kann in den Pausen zwischen den Nörgelattacken aber auch verblüfft feststellen, dass der gegen die Scheiben prasselnde Regen aus bestimmten Blickwinkeln ja richtig toll aussieht. Und auf ebenen Flächen auch durchaus was hermacht. Und wenn man die geschossenen Bildchen dann noch ein Bisschen durch das Bildbearbeitungsprogramm der Wahl jagt, können sich die Ergebnisse glatt sehen lassen. Da freut man sich doch beinahe schon auf den nächsten Regenschauer...

Montag

MinionsDas Bildchen hier, mir neulich unter die Augen gekommen und für passende Gelegenheiten gespeichert, passt irgendwie ganz gut, heute. Zu allem. Dem Arbeitstag im Büro, den ich dank Dienstreisen, Krankheit und Urlaub der Kollegen allein verbringen musste. Und zum Wetter, welches sich heute in München nun wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Eher uns alle. Mit Wasser. In üppig dimensionierten Mengen. Und zur Stimmung, nachdem ich das selbst auferlegte Sportprogramm nicht in dem Maß durchziehen konnte, wie ich das gerne gehabt hätte. Kurzum: Ein Tag, an dem man lieber im Bett liegen geblieben wäre.

Aber, welche Freude zur Abendstunde, es gibt auch einen Lichblick bei all dem Trübsal. Zumindest wenigstens ein kleines Stück Video zur launetechnischen Erbauung. Der nächste Trailer zum Minion-Film im Sommer ist da. Wenn das mal kein eindeutiger Silberstreif am Horizont ist! Ich merk' schon: die Woche wird noch besser.

Fuck the Backmischung

Nette Innen-Deko Besonders die Torte im Bavarian-Style hat es mir sehr angetan

Exploration des zukünftigen Stadtsviertels, nächster Teil. Diesmal aus der Kategorie "Wo bekommt man eigentlich nachmittags guten Kuchen her, wenn man spontan Gelüste nach solchem entwickeln sollte?".

Nun kenne ich im Westend ja schon eine ganze Menge Kneipen und Cafés. Auch einen Supermarkt habe ich dort schon von innen gesehen. Bäckereien und Konditoreien hatte ich bis dato noch nicht auf dem Schirm.  Bezüglich Letzterem ist das ist fortan vermutlich auch gar nicht mehr nötig, denn ich habe am Wochenende das "Neue Kubitscheck" entdeckt und bin damit vermutlich völlig ausreichend versorgt, was den Quell bäckerischer Nachmittagsfreuden angeht. Ein Laden, der "Fuck the Backmischung" zum Geschäftskredo erkoren hat und das riesig in seine Schaufenster schreibt, ist mir schonmal sehr sympathisch. Wie auch den Neben-Claim "Die besten Torten der Welt". Das zeugt von einem gewissen Selbstbewusstsein. Traditionstriefende Schwarzwälder Kirschtorte erwarte ich in solchen Läden eher nicht vorzufinden. Es gab dann auch keine solche.

Auch mal ein Name für ein Café Aber eigentlich heißt es ja "Das neue Kubitschek"Die Geschäftsräume in der Gollierstraße (vermutlich etwas mehr als fünf Minuten zu Fuß von der neuen Wohnung entfernt) muss man wohl eher als spartanisch beschreiben. Zwei Theken für Kuchen und Kasse, ein paar nüchterne Tische und Stühle für die Gäste. Wer mag, kann seinen erworbenen Kuchen direkt bei einem Kaffee vor Ort konsumieren, oder eben, was die Meisten zu tun scheinen, mit an den heimischen Tisch nehmen. Wenig spektakulär, das einzig Bemerkenswerte fand ich die Raumdeko, die über den Theken hing. Sowas könnte mir auch gefallen. Ansonsten lädt das Café in meinen Augen jetzt nicht zwingend dazu ein, sich dort den Nachmittag um die Ohren zu schlagen. Da gibt es nettere Lokalitäten in der näheren Umgebung. Aber darum geht es ja im Moment gar nicht, ich will lediglich ein Wenig vom Kuchen schwärmen.

Der ist nämlich ganz vorzüglich: Vier unterschiedliche Stücke haben wir uns ausgesucht (die Auswahl ist erheblich größer), alle vier waren frisch, lecker und einfach gut. Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen. Wenn also jemand mal zufällig im Westend unterwegs sein sollte und spontane Gelüste auf Kuchen hat: schaut im Kubitschek vorbei!

Arena, mal wieder

Die Arena Jetzt, mit 750000 Plätzen, noch eindrucksvoller

"Endlich", frohlockt der geneigte Fußballfan nun seit nicht ganz zwei Wochen. Die Winterpause hat ein Ende, der Ball rollt wieder., die ewig gleichen lahmen Fußballer-Zitate dürfen wieder ausgepackt werden. Nicht, dass ich mir daraus nun so wahnsinnig viel machen würde, aber wer sagt denn bitte nein, wenn er (mal wieder) zwei Karten für die Allianz-Arena angeboten bekommt? Erstes Heimspiel der Bayern 2015, gleich gegen Schalke. Auf dem Papier der bis dato hochwertigste Gegner (nach Bremen und Augsburg), den ich bisher live erleben durfte.

Nun hat mein Herz noch nie für Schalke geschlagen - und nach den 90 Minuten vergangenen Dienstag wird sich das auch nicht ändern, zumal ich beim 1:1 den ersten Punktvelrust der Bayern während meiner Stadion-Karriere in München hinnehmen musste. Aber ich habe Respekt vor den Schalker Fans gewonnen, die quasi die gesamten 90 Minuten lautstark gesungen haben, völlig unabhängig vom Geschehen auf dem Platz. Das schaffen die Bayernfans nicht. Die Stimmung im Stadion war definitiv die Beste (das Spiel selbst eher nicht), die ich bei den drei Besuchen bis dato erleben durfte, zumal das Stadion über die Winterpause vergrößert wurde und nun Platz für 75000 Menschen bietet.

Wie beschrieb es die mich begleitende Freundin so nett: "Ich wurde zwar in Stuttgart auch mal zum VfB mitgenommen - aber das hier ist definitiv besser". Recht hat sie, Besuche in der Arena sind immer wieder beeindruckend.

Kunst? Architektur? Oder doch eher albern?

Eine Treppe nach nirgendwo. Und wieder zurück.Gestern Nachmittag war ich mit einem Kollegen Kaffee trinken. Im Westend, ihm mal das Viertel zeigen, in dem ich zukünftig wohnen werde. Und da man sich nach der Zufuhr von dicken Kuchenstücken ja ein Bisschen bewegen soll, sind wir danach über den Westpark zurück nach Laim spaziert. Auf dem Weg dorthin (ziemlich direkt an der U-Bahn Schwanthalerhöhe) steht ein (oh, wie verwunderlich) Prunkbau der KPMG, dessen Innenhof die abgebildete Treppe ziert. Nun ist mir nicht ganz klar, ob das als Kunst durchgeht, die das ewige Auf und Ab der Wirtschaft symbolisieren soll. Oder zur körperlichen Ertüchtigung der vermutlich an chronischem Bewegungsmangel leidenden Angestellten dienen soll. Denn betreten kann man die Stufen. Bemerkenswert finde ich Gebäude und Installation auf alle Fälle. Denn eines ist leider sicher: an gelungener moderner Architektur hat München herzlich wenig zu bieten. Das KPMG-Gebäude an der Ganghoferstraße halte ich da noch für eines der hervorzuhebenden Beispiele, auch wenn es einfach nur ein Bürokomplex ist.

Wer erkennt’s?

Blick in die Kuppel Würde ich schreiben in welche, dann wäre es nicht mehr spannend ;-) Blick in die Kuppel Blick in die Kuppel

Kleiner Praxistipp: Wenn ihr mit Personen spazieren geht, die sich in den letzten Zügen einer Schwangerschaft befinden, dann plant die Route so, dass in loser Reihenfolge immer mal wieder entspannt eine Toilette angesteuert werden kann. Das könnte nämlich nötig werden. Und wenn ihr das tut, dann habt ihr idealer Weise eine Kamera dabei (oder halt das Telefon), denn ihr wisst nie, auf welche feinen Motive ihr zwischendurch so stoßen werdet, während ihr euch wartend die Beine in den Bauch steht. Ging mir neulich so. Aber erfreulicher Weise konnte ich die Wartezeit ja ganz gut überbrücken und ein paar Bilder schießen.

Kommt jemand drauf, was ich da abgelichtet habe bzw. wo die Bilder entstanden sind? Zwei kleine Tipps (von "München" mal abgesehen): Vom Hauptbahnhof kommend ist man maximal eine halbe Stunde zu Fuß dahin unterwegs und: es gibt drei davon, wobei die im Bild befindliche (was streng genommen ein weiterer Tipp ist) die in meinen Augen definitiv spannendste ist. Nicht nur architektonisch.

Gut so!

Massenveranstaltung Rund 20000 Menschen rund um das Sendlinger Tor - das hat es in München lange nicht mehr gegeben.

Erfreulich viele Münchner folgten vergangenen Montag dem Aufruf eines sehr breiten Bündnisses aus Politik, Kirchen und diversen sonstigen Organisationen unter Federführung des Belevue di Monaco, um gegen den angekündigten "Spaziergang" der Bagida zu demonstrieren. Dem bayrischen Ableger der Pegida, der, wie sich im Nachhinein herausstellte, reichlich stramm rechtsgerichtete "Berühmtheiten" der lokalen Nazi-Szene anzieht. Anders kann man es wohl kaum bezeichnen, wenn unter Anderem der derzeit im Rahmen des NSU-Prozesses in München vor Gericht stehende André E. in ihren Reihen gesichtet wird. Aber nein, natürlich haben weder Bagida noch Mügida irgendwas mit den Rechten zu tun. Sicher nicht. Alles eine Erfindung der Lügenpresse, klarer Fall.

Lediglich eine gewisse "konservative" Partei hat sich dem Aufruf nicht angeschlossen (sofern wir die offiziell rechten Parteien mal außen vor lassen). Hätte mich aber auch schwer gewundert, wenn die CSU durch ein klares Bekenntnis zu diesen Gegenveranstaltungen ihre Wähler am Rechten Rand vor den Kopf gestoßen hätte. Fände ich dies nicht so abgrundtief peinlich, könnte man den Eiertanz, den diese Herrschaften derzeit aufführen, beinahe schon amüsant finden. Man möchte bloß nicht den Eindruck erwecken, als würde man die Pegida-Veranstaltungen gut heißen - aber man muss ja schon auf die Stimme des Volkes hören und Pegida nicht ignorieren, geschweige denn Verurteilen. So irgendwie. Und das, wo selbst unsere sonst doch jedes Konfliktpotential gern generell umschiffende Kanzlerin hier deutliche Worte fand. Lediglich die CSU Ortsgruppe München ließ sich zu einem Statement hinreißen, innerhalb dessen man sich von Bagida und Pegida distanziert. Aber selbiges musste man auf der CSU-Homepage schon ganz gezielt suchen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Jetzt erst recht

Lequipe Independent
In Anbetracht der aktuellen Vorkommnisse steht zu befürchten, dass aus den kümmerlichen 60 Hanseln, die Anfang der Woche als "Mügida" am Sendlinger Tor einen "Spaziergang" abhalten wollten (der erfreulicher Weise von 1500 Gegendemonstranten im Keim erstickt bzw. vollständig unterbunden wurde) am kommenden Montag erheblich mehr Menschen werden werden, wenn die nicht minder wirre Gruppierung "Bagida" zur nächsten Kundgebung gegen die "Islamisierung des Abendlandes" ruft.

Und genau deshalb werde ich am Montag dort sein. Mit vermutlich vielen andern. Laut sein. Mich gegen diese Spinner stellen, die die Vorfälle von Paris nutzen werden, um rechtspopulistische Positionen zu vertreten und plumpe Hetze gegen alles "Fremde" zu betreiben. Die die schreckliche Tat zweier Fanatiker dazu heranziehen werden, alles Islamische per se zu verteufeln und Angst zu schüren.

Kommt auch. Geht zu den Kundgebungen in euren Städten. Zeigt, dass wir für ein friedliches Miteinander der Kulturen einstehen, keine Angst vor Andersartigem haben. Es schien mir schon lange nicht mehr so dringend wie derzeit.

Platz_da

Wir wollen eine offene, freiheitliche und vielfältige Gesellschaft mit einer humanen Asylpolitik. Wir gedenken der Opfer des Terroranschlags in Paris und sagen laut Nein! zu jeder Form des Extremismus und Dogmatismus. Wir zeigen den Feinden der Demokratie, dass München nicht nur bunt ist, sondern auch laut. Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen ruft das Aktionsbündnis Bellevue di Monaco dazu auf, ein deutliches Zeichen für eine offene Gesellschaft zu setzen. [http://bellevuedimonaco.de/]