München

Der ColorRun

Der Start<br> Vergangenen Sonntag wurde in München der zweite ColorRun veranstaltet. Auf dieses „Event“ aufmerksam geworden bin ich im vergangenen Jahr, als mir in der Innenstadt haufenweise Menschen über den Weg gelaufen sind, deren Kleidung und Haut (wo zugänglich) in allen erdenklichen Farben erstrahlten. Oh, ein „Holi Festival of Colors„? Aber warum trugen die dann alle Laufschuhe und häufig auch entsprechende Hosen? Die Lösung war einfach: weil es eben kein Holi-Festival war, sondern eine Laufveranstaltung. Ich mag mich jetzt nicht damit auseinandersetzen, wie sinnvoll, albern oder gar frevelhaft es ist, ein in indisches Fest mit sakralem Hintergrund nach Europa zu holen und dort eine Spaßveranstaltung daraus zu machen, sei es nun die ans Original angelehnte Veranstaltungsreihe oder eben das Aufgreifen und Abwandeln dieser Idee zu einer Sportveranstaltung. Nein, ich wollte einfach mitmachen, denn das Ergebnis sah nach gewaltigem Spaß aus. Dementsprechend habe ich mich zusammen mit einer Freundin bei der diesjährigen Ausgabe angemeldet.

Mut beweisen: ab ins Mundart-Theater

So geht's also im bayrischen Himmel zu<br>Ich muss zugeben, es scheint ganz spaßig zu sein, dort. Vor einiger Zeit fragte mich eine Bekannte, ob ich Lust hätte, mit ins Volkstheater zu gehen. Der Brandner Kaspar würde aufgeführt und es gäbe erstaunlicher Weise noch Karten.

Der Brandner Kaspar gehört, ähnlich wie der  Münchner im Himmel, mehr oder minder zum bayrischen Kulturgut. Die Handlung ist schnell zusammengefasst (die Langfassung bei Interesse einfach im verlinkten Wikipedia-Artikel nachlesen): ein Bayer betrügt den (zuvor ordentlich mit Kirschgeist abgefüllten) Tod beim Kartenspielen und verlängert die ihm (eigentlich nicht) zustehende Zeit auf Erden dadurch bis zu seinem neunzigsten Geburtstag. Dies wird im Himmel natürlich irgendwann bemerkt und dem Tod aufgetragen, den entgegen dem Weltenplan noch Lebenden schleunigst gen Himmel zu befördern. Dieses Unterfangen gelingt schlussendlich dadurch, dass man dem Brandner Kasper einen Einblick ins Paradis ermöglicht und ihm vor Augen führt, dass es dort ganz wunderbar ist.

Ich habe kurz gezweifelt, ob mir ein im hiesigen Dialekt vorgetragenes Theaterstück wohl zusagen und ich auch nur einen Ton verstehen würde – mitgegangen bin ich dennoch. So könnte ich wenigstens behaupten, mir soetwas mal heldenhaft angetan zu haben. Meine diesbezüglichen Bedenken stellten jedoch schnell als unbegründet heraus. Ja, der eine oder andere Satz ging inhaltlich dann doch an mir vorbei, im Großen und Ganzen konnte ich aber folgen. Entweder, weil die Sache mit dem Bayrischen vielleicht doch nicht so kompliziert ist, oder aber, weil ich mich nach meinen knapp zwei Jahren hier nun doch schon weitgehend an den Dialekt gewöhnt habe, auch wenn ich ihn sicher nie sprechen können werde (ich kann schließlich auch kein Schwäbisch und empfinde das jetzt nicht zwingend als Nachteil).

Musikgenuss

Tori-Style...<br>Sie spielt immer so... Die Musik von Tori Amos begleitet mich seit mehr als zwanzig Jahren. 1992 habe ich mir ihre erste CD „Little Earthquakes“ gekauft, die ich noch heute relativ regelmäßig höre (und nach wie vor für eine ihrer besten halte). Zwischenzeitlich hatte ich ihr Schaffen ein Wenig aus dem Blick verloren, da einige ihrer späteren Werke zweifellos anspruchsvoll, ambitioniert und musikalisch beeindruckend waren, aber partiell eben auch ein bisschen arg durchgeknallt. Zweifellos gut für’s Feuilleton, aber nicht unbedingt dazu verleitend, ihre Musik „nebenher“ zu konsumieren.

Als ich mir Anfang des Jahres einen Überblick darüber verschafft habe, welche Konzert-Highlights meine Wahlheimat denn in den kommenden Monaten zu bieten habe, sprang mir der 10.06. ins Auge. Tori Amos. In der Philharmonie am Gasteig. Zu, leider, relativ happigen Preisen. Dennoch war der Erwerb eines Tickets für mich eigentlich das, was man heutzutage gerne als „no-brainer“ bezeichnet. Ja, es war vermutlich das teuerste Konzertticket, das ich mir 2014 gönnen werde, aber der Reiz, diese Frau mal live zu erleben, war schlicht zu groß. Zumal mir ihr aktuelles Album „Unrepentant Geraldines“ sehr gut gefällt. Das wusste ich zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht, es war noch nicht veröffentlicht. Und es sollte im Kontext des Konzertabends auch keine nennenswerte Rolle spielen.

Problemlösestrategien

Auch ne Idee<br> Folgendes Schild habe ich dieser Tage an der Leopoldstraße in München gesehen. Ich sollte mir einen Stapel solcher Aufkleber machen lassen und bei mir tragen, genug Gelegenheiten irgend einen „Scheiß“ zu überkleben gibt es ja reichlich, im Staat der Mahnungen und Verbote. Warum stehen die Deutschen eigentlich so darauf, irgend etwas zu verbieten? Spielen, Fahrräder anlehnen, Lärm machen, Drogen konsumieren, musizieren, bei rot über die Straße gehen. Ich glaube, der Deutsche an sich ist unglücklich, wenn er nicht irgend etwas verbieten kann. Und wir wundern uns, dass man „die Deutschen“ für ein komisches Volk hält und befindet, wir hätten irgendwie einen Stock im Arsch. 

Das Haus, an dem das Schild angebracht ist, macht übrigens durchaus einen gut erhaltenen und stabilen Eindruck. Warum man sein Radl dort nicht anlehnen dürfen können sollte, erschließt sich vermutlich nur Eingeweihten. Oder Hellsehern. Ach, München, manchmal möchte ich einfach nur heimlich und leise ein bisschen weinen.

Au weia!

Hair-jeh!<br>Geht's denn noch etwas gewollter? Auf dem Weg zum Supermarkt fiel mir neulich aus dem Augenwinkel heraus ein Ladeneingang auf, der mir bisher verborgen geblieben war, obwohl ich garantiert schon etliche Male daran vorbeigelaufen bin. Es dauerte einen kurzen Moment, ehe mein Hinr die aufgenommene Information verarbeitet hatte, ich abrupt stehen blieb, ein paar Schritte zurück ging und ein Bild davon machte.

Wenn ich (in meinen Augen) besonders schöne Firmennamen hier veröffentliche, dann sollte ich das auch mit grausigen tun. Dieser hier wäre dann wohl ein höchst geeignetes Exemplar für diese Kategorie. Ich frage mich ja, wieviel Alkohol man trinken muss, um auf einen solchen Namen zu kommen und den dann auch am anderen Morgen noch so originell zu finden, dass man ihn auch noch ernsthaft verwendet? Viel geholfen hat die ach so lässige Benennung übrigens nicht, offenbar wurde das Geschäft inzwischen aufgegeben.

Für das Laimer Gefühl. Bitte was?

Wahlwerbung<br>Ich weiß nicht, wer sich diesen Spruch für die SPD ausgedacht hat Nachdem ich ein paar Tage wegen einer fiesen Erkältung ziemlich flach lag, habe ich es sehr genossen, heute, wieder einigermaßen auf den Beinen, bei strahlendem Sonnenschein sehr gemütlich eine Runde Richtung Westpark spazieren zu gehen. Ich hatte die kleine Kamera eingesteckt, vielleicht gäbe es ja das ein oder andere Motiv, das in der strahlenden Vorfrühlingssonne vorteilhaft abgelichtet werden könnte. Ich wurde fündig. Ob allerdings das Kriterium „Vorteilhaft“ erfüllt ist, vermag ich auch etliche Stunden später noch nicht so recht zu beantworten. Nein, ich glaube nicht.

Das Münchner Stadtbild wird derzeit wieder von Wahlplakaten mannigfaltigster Sinnentleertheit geprägt – die Mitte März stattfindende Bürgermeisterwahl wirft ihre Schatten voraus. Einer der hiesigen für die SPD antretenden Kandidaten hat sich tatsächlich den Spruch „für das Laimer Gefühl“ auf seine Plakate drucken lassen. Ja, das nenne ich mal einen wirklich relevanten Programmpunkt. Der wird sicher voll einschlagen.

Sahara für alle!

Wolln wir mal hoffen...<br>...dass der nächste Regen etwas weniger Beigaben enthält Wer ein dunkles Auto besitzt, der könnte am heutigen Mittwochmorgen nach etwas Regen ein paar sichtbare Wasserflecken bemerken. Grund dafür könnte dann ausgewaschener Wüstenstaub von der Sahara sein.“ vermeldete vorhin die von mir genutzte Wetter-App auf dem Telefon. Na, das haben die Herrschaften Wetterredakteure aber früh registriert. „Ein paar?“ möchte man ungläubig fragen. Und anmerken, dass man mitnichten ein sonderlich dunkles Auto benötigt um das zu registrieren, selbst auf den hellen ist die Sandschicht wunderbar zu erkennen. Eigentlich ist der angeschwemmte Sand überall zu erkennen.

Als wäre ich 200km über Feldwege gefahren<br> Ich würde es anders ausdrücken: seit dem gestrigen leichten Niederschlag ist München total eingesaut. Sämtliche Autos sehen aus, als wären sie seit Wochen nur noch auf Schotterpisten gefahren, das hat schon beinahe etwas Belustigendes. Die Waschstraßen-Besitzer reiben sich vermutlich die Hände und ich möchte gar nicht wissen, wieviele Samstagswagenpolierer (von denen gibt es hier ausreichend viele) nunmehr der Verzweiflung nah sind :-)

Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass der nächste Regen das vermutlich für umme behebt. Warten wir’s ab.

Auf den Hund gekommen?

Auf den Hund gekommen<br> „Also jetzt sind irgendwelche münchner Juppies endgültig durchgeknallt“, war mein erster Gedanke, als ich heute Nachmittag folgendes Bild erblickte (und natürlich gleich festhalten musste, auch wenn es qualitativ eher lausig ist).

Gut, ich kann ja verstehen, dass manch einer zu der Einsicht kommen könnte, dass ein Hund wesentlich weniger Arbeit mache als ein Kind. Erheblich nervenschonender sein würde und vor allem die Chance einer eventuell sogar kostenneutralen und vor allem legalen Abgabe an eine andere Person bestünde, sollte man dem Gefährten früher oder später überdrüssig werden.

Aber muss man das Tier dann gleich derart vermenschlichen, dass man es in einen Kinderwagen steckt (wo es übrigens still und brav sitzen blieb und keinerlei Zicken veranstaltete, was wiederum den oben genannten Gedankengang stützt)?

Nuja, langer Gedankengänge profane Auflösung: Den Hund hatte ein Mitarbeiter dort drapiert um die Trinkgeldquote zu erhöhen. Denn drüber war, von meiner Position nicht zu erkennen, ein Schild angebracht: „Streicheln, 50 Cent“. Dem Füllstand des darunter postierten Bechers nach hat das durchaus funktioniert…

Ich wünsch mir was: viele, viele Konzertbesuche

Es ist ja eigentlich eine Sünde: Da wohne ich seit nunmehr eineinhalb Jahren in München und habe es bis dato in genau zwei Konzertveranstaltungen geschafft. Das sind weniger, als ich gemeinhin in Stuttgart besucht habe – und das, obwohl München sowohl vom gebotenem Spektrum als auch von den Locations her ein weit attraktiverer Veranstaltungsort ist. Angeregt durch eine spontane Einladung zu einem Folk-Konzert am Freitag (wird sicher nicht meine bevorzugte Musikrichtung, kann man sich aber durchaus mal anhören), habe ich mir endlich mal die Mühe gemacht, nachzuschauen, welche Musiker oder Bands hier in den kommenden Monaten so aufschlagen werden und deren Darbietungen ich gerne genießen würde. Allein für den laufenden Monat wären das noch zwei.

Ich zähle mal auf…